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Donnerstag, 14. Mai 2020

Corona-Vermoppelung - Aufgeben ist aber keine Option, ich mach weiter

[Dieser Beitrag enthält Werbung durch Firmenerwähnung und  indirekte Firmenerwähnung, Fotos und Produktnennung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring, ohne Vergünstigung und ohne Bezahlung erfolgt]

3 Monate nichts geschrieben...

Und eben gesucht, wann ich die letzte Statistik eingestellt habe und verwundert festgestellt: am 16. November! Obwohl ich danach noch weiter abgenommen hatte - liegt wohl daran, dass ich mich hauptsächlich bei ww herumgetrieben hatte.

Ich kann es aber nachtragen und es ist am Ende schockierend, den Grund schreibe ich unten drunter

03.6. - 104,1
07.6. - 102,1 minus 2 kg
09.6. - 101,3
13.6. - 100,4
17.6. - 99,9 UHU!
22.6. - 99,1 minus 5 kg
24.6. - 98,1 
29.6. - 97,2
06.7. - 96,5
10.7. - 95,8 minus 8,3 kg
13.7. - 94,9
20.7. - 93,4 
28.7. - 93,1 minus 11 kg
03.8. - 91,4 
10.8. - 90,6
22.8. - 89,7
30.8. – 88,6
31.8. - 88.2 minus 15,9
06.9. - 88,5 (erstmals zugenommen: plus 300 g)
??.9. - 88,8 (weitere Zunahme)
??.9. - 90,5 (!!! oh Schreck...)
02.10. - 88,0 (gerade nochmal die Kurve gekriegt)
05.10. - 87,6
12.10.- 86,1
17.10. - 85,6
26.10. - 84,1 hossa! Minus 20 kg
02.11. - 83,7
09.11. - 84,5
14.11. - 85,0

Im Dezember 2019 gab es dann den Kiloverlust-Einbruch Nr.1 - und zeigt mir wieder mal, dass ich im Falle von seelischen Belastungen immer wieder zum Schokojunkie werde - und wenn ich mal anfange, dann ist es wie eine Spirale, und es bleibt nicht bei einer Rippe oder einem Ausrutscher-Tag, nein, es wird zum Rausch, mit 200-300 Gramm Süßigkeiten (pro Tag!) und geht über Wochen!
Sage mir noch einer, das wäre keine Sucht...
Natürlich ist es von den Auswirkungen her überhaupt nicht vergleichbar mit Alkohol oder Drogen, aber ich habe während der beiden "Anfälle" häufig auch an Raucher gedacht, die nicht aufhören können, obwohl sie wissen, das Zeug ist nichts anderes als gesundheitsgefährdend.

Und so wahnsinnig es klingt, konnte ich weder im Dezember noch bei der Tour ab März aufhören, als die ersten Schmerzen in den Gelenken auftauchten - nun weiß ich es allerdings dadurch auch ganz sicher: Zucker macht mir Aua! In der schlimmsten Phase im April war es dann wieder so weit, dass ich morgens beim Aufstehen vor Schmerzen in den Füßen kaum auftreten konnte....
Und trotzdem schon gleich nach dem Büro in den nächsten Laden rannte (täglich aufs Neue...denn täglich wollte ich auch damit aufhören) und mir wieder eine Tasche voll "Zeugs" für den Abend kaufte - mancher Beutel war schon leer, bis ich daheim ankam. Echt krass und irgendwie unwürdig!!!

Nun trage ich aber erst mal den Gewichtsverlauf ab Mitte November nach:

16.11. - 83,5
21.11. - 82,9
30.11. - 81,7
09.12. - 81,2 TIEFSTSTAND!! Und nur noch 1,3 Kilo von der ersehnten "7" entfernt!

Aber dann...

Seit eineinhalb Jahren steht schon für mich und meine Teamleitung und den Chef fest: ich gehe nicht am 1.6.20 in Rente, sondern ich will weiterarbeiten!
Und das aus Spaß!
Meine Rente ist etwas höher als mein derzeitiges Gehalt - ich MUSS also nicht weiterarbeiten, wie einige in der Firma meinten, ich hab ja ein Hochschuldiplom (ich will nicht angeben) und in meinem Beruf auch jahrelang zu guten Gehältern gearbeitet. Okay, es gab langjährige Unterbrechungen durch die Erziehung der 3 Kinder, aber trotzdem.
Ich mag diesen im Prinzip schlichten Job, den ich jetzt habe (wenn man mit Mitte 50 und noch einem relativ kleinen Kind alleinerziehend arbeitlos wird, weil der Laden dicht macht, ist man nicht mehr wählerisch), nach holprigem Start einfach megagerne, ich hab sehr liebe und nette Kollegen/Kolleginnen um mich herum (bei über 30 Leute gibt's natürlich auch Unliebsame...), ich könnte mir einfach nicht vorstellen, nun einfach zuhause zu bleiben. Ich hab auch schon mehrfach Mitarbeiterwettbewerbe (mit Geldprämien, sabber..) gewonnen, obwohl ich die Älteste bin!

So, aber genug davon, jedenfalls hatte ich mich darauf eingestellt, bleiben zu können.
Aber im Dezember kam dann die Personalabteilung mit den irrsinnigsten Argumenten, warum man mich nicht weiterbeschäftigen könne - der Gipfel war die Aussage "Sie kosten die Firma doppelt so viel an Sozialversicherung wie andere Arbeitnehmer".
Alles wurde wiederlegt vom Betriebsrat und von mir selbst, allerdings waren leider die entscheidenden Kolleginnen vom BR den ganzen Dezember krank, danach war dann der Geschäftsführer, der in der Hauptfirma sitzt, bis Januar in Urlaub...ich wurde fast verrückt durch die Ungewissheit und auch durch die Demütigung, die ich empfand.
Zusammen mit dem Betriebsrat schrieben wir dann auch eine Mail an den GF und wiesen z.B. mal darauf hin, dass ich mit meinen Zahlen das ganze Jahr - und auch in den vergangenen Jahren - immer über dem Durchschnitt lag.

Gewichtsmäßig wirkte sich diese Situation dann so aus:

28.12. - 85,5 Ein Plus von 4,3 Kilo in wenigen Wochen

Dann kam der GF aus dem Urlaub zurück, wir hatten einen Gesprächstermin, und noch am gleichen Nachmittag rief mein Chef mich rein, um mir den Feierabend zu versüßen: ein frischer Zweijahresvertrag, und besonders erfreulich, zu den gleichen Konditionen, die ich mir in 7 Jahren erarbeitet hatte, ich wäre auch mit weniger zufrieden gewesen!

Dann konnte ich auch wieder abnehmen, Schokolade war überflüssig geworden:

28.2. - 82,3 wieder auf einem guten Weg

Und dann kam Corona!!!

Ich muss erwähnen, dass ich sowieso, seit ich 15 bin, dieselbe "Krankheit" habe wie schon meine Mutter, und meine Schwester hat das auch: Stimmbandkrämpfe

Das ist nicht tödlich, aber schrecklich, und man kann nichts dagegen tun außer Lernen, damit zu leben und damit umzugehen.
Es überfällt mich ganz unerwartet von Null auf Hundert, ich kann dann so etwa 2 Minuten (und zwei Minuten sind lang, wenn man dabei in Todesangst ist) nicht mehr richtig einatmen, ich renne dann meist dann draußen, versuche es durchzustehen und bin völlig erschöpft, wenn es endlich vorbei ist.

Und es hat auch was Peinliches, denn bei verkrampften Stimmbändern hört sich das äußerst mühevolle Einatmen furchtbar laut an - und das über diese gefühlt lange Zeit, und das Herz rast, denn der Körper gibt Alarm: ich ersticke!
Zum Glück kann ich es mittlerweile ein wenig steuern, wenn ich merkte, es kippt dahinten im Hals, aber manchmal ist es auch mächtiger als ich - z.B. bei der Todesnachricht meines Vaters, da gab's keine Chance.
Mittlerweile passiert es mir Gsd nur noch so ein- bis zweimal im Jahr.

Von daher weiß ich, was Atemnot ist - leider leider - und dann der Gedanke, wenn da noch Corona dazukommt...na dann gute Nacht.

Und dann im Büro viele junge Leute, die weder Abstand noch Hygieneregeln einhielten (seit 14 Tagen erst herrscht nun endlich Mundschutzpflicht außer am eigenen Schreibtisch, und es gibt Trennwände und Abstandsregeln, davor herrschte "Corona, was ist das?", sehr beängstigend)


24.03. - 87,0
05.04 - 89,9
04.05 - 91,7

Und dann endlich konnte ich es stoppen und mache seit 05.05. wieder brav weiter und habe auch schon die 80er-Zone wieder erreicht - die Gelenkschmerzen sind fast ganz wieder weg - und ich habe mir für die coronabedingt entgangene Wienreise Ende Mai ein Fahrrad gekauft!

Muss nur noch richtig fahren lernen. Hatte kein Rad als Kind.



Immerhin hat Corona dazu geführt, dass ich 3 Jahre nach der Anschaffung einer Nähmaschine zwecks "Schnutenpulli-Fabrikation" gelernt habe, halbwegs mit dem Ding umzugehen, und traute mich neulich auch, dieses "Girlie-Modell" zu tragen. Inkl. Coronafrisur.



Stand am 13. Mai: 88,6 kg

Nun habe ich Urlaub bis inkl. 31.5. - was zwar gut ist, weil ich dann schön Zeit zum Kochen habe, die Verlockungen aber auch größer sind als während des Jobs.

Zumindest in der Zeit will ich aber auch wieder regelmäßig Blog schreiben!


















2 Kommentare:

  1. Ich bin selbst Stress- und Frustfresser und kann daher alles was du schreibst 100 % nachvollziehen und nachfühlen. Auch dieses demütigende/unwürdige Gefühl, wenn man schon wieder Süßkram gekauft hat und der schon weg ist, bevor man überhaupt die eigenen vier Wände erreicht. Im Gegensatz zu dir, habe ich immer noch nicht die Kurve gekriegt. Immer ist irgendwas anderes. Von daher freue ich mich tierisch für dich, dass du den richtigen Weg wieder betreten hast und hoffe, du bleibst dort bis zum Ziel - ohne Umwege. Ich wäre froh, den Weg im Nebel meiner "Sucht" überhaupt schonmal zu erahnen. Anfang der Woche lief es noch super, dann war ich wieder raus. Morgen ist wiegen und ich befürchte ein weiteres Plus.

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  2. Schön, wieder von dir zu hören. Du schreibst immer so motivierend.

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